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MICHAELI-GYMNASIUM MÜNCHEN

Multimediales Arbeiten in einer Notebook-Klasse
von Peter Brichzin

Zusammenfassung         Grundideen         Inhaltsverzeichnis         Word Datei im Zip-Format (484 kB)


Zusammenfassung
Seit zwei Jahren gibt es am Michaeli-Gymnasium München eine Notebook-Klasse. Jede/r Schüler/in dieser Klasse erhält leihweise einen Laptop - wie ein Schulbuch - und kann damit sowohl in der Schule als auch zu Hause arbeiten. Von den Lehrern werden Konzepte entwickelt und erprobt, wie man mobile Computer im Unterricht nach dem Motto Teamwork by Notebook im Rahmen von fächerübergreifenden Projektunterricht einsetzen kann.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Leitfaden für das Arbeiten mit einer Notebook-Klasse vorzustellen. Überlegungen, Vorgehensweisen und Erfahrungen werden zusammengefasst und diskutiert. Diese sollen als Hilfestellungen für möglichst viele Lehrer/innen aller Fachrichtungen dienen und einen Impuls geben, weitere Notebookprojekte ins Leben zu rufen.

Inhalt des ersten Kapitels ist das didaktische Konzept und die Anforderungen, die an die Lehrer/innen und die beteiligten Institutionen durch die besondere Unterrichtssituation und durch die Technik gestellt werden.
Im zweiten Kapitel ist ein fachunabhängiges Vorgehen der Projektarbeit in einer Notebook-Klasse zusammengefasst. Es werden Konzepte dargelegt, die sich in der Praxis bewährt haben, aber auch Problempunkte angesprochen.
Die Vorstellung eines konkreten Projektes aus dem Fachunterricht Mathematik der 10. Jahrgangsstufe mit dem Thema Kreismessung und dessen Bewertung durch Schüler/innen und Lehrer/innen sind Inhalt des dritten und vierten Kapitels.
Zum Abschluss der Arbeit wird ausgehend von unterschiedlichen Konzepten von Notebookprojekten im deutschsprachigen Raum diskutiert, ob und wie der Einsatz von mobilen Rechnern an allen Schulen möglich wäre.


Grundideen
Der Grundsatz des Einsatzes von Notebooks in einer Schulklasse des Michaeli-Gymnasiums lautet Teamwork by Notebook. Er beinhaltet die beiden tragenden Säulen der allgemeinen Lernziele - Multimedia und Projektarbeit - und charakterisiert gleichzeitig die Zusammenarbeit der betreuenden Lehrer/innen. So sind die folgenden Grundideen Ergebnisse von Überlegungen der [Multimediagruppe des Michaeli-Gymnasiums 1998,1999].
Warum, fragen sich vielleicht einige, ist Multimedia und Projektarbeit nicht auch im Computerraum möglich? Die Mobilität der Rechner hat entscheidende Vorteile:
Da man die Computer jederzeit zur Verfügung hat, werden sie auch ungezwungen für "Kurzeinsätze (10 Minuten)" genutzt. Man ist nicht an den Computerraum und dessen Belegung gebunden. Weil kein Umzug vom Klassenzimmer in den Computerraum notwendig ist, geht dadurch keine Zeit verloren.
Die Schüler/innen arbeiten unterschiedlich schnell. Konnte eine Aufgabe im Unterricht nicht ganz fertig gestellt werden, so besteht die Möglichkeit zu Hause in Ruhe zu Ende zu arbeiten. Generell bieten solche Geräte gerade auch Jugendlichen, deren Eltern keinen Computer zu Hause haben, den Einstieg in die EDV.
Selbstverständlich regt ein Laptop stark den Spieltrieb von Jugendlichen an. Lenken Lehrer/innen diesen anhand konkreter Aufgaben in "positive Bahnen", so führt das Arbeiten durch die ständige Verfügbarkeit einerseits und die Neugiermotivation [ausführlicher s. pädagog. Psychologie 1991, S. 91] andererseits zum Erwerb von Multimediakenntnissen.

Nicht nur durch das Medium Notebook wird die Motivation gefördert, sondern auch durch handlungsorientierte und fächerübergreifende Aufgabenstellungen. Learning by doing ist das Motto: Durch das Arbeiten am Computer werden bereits erlernte Multimediakenntnisse ständig angewendet und vertieft. In der konkreten Anwendung sucht man sich Erleichterungen durch neue Programmfunktionen. Entweder findet man sie selbst durch die Benutzung der Hilfefunktion oder ein Klassenkamerad bzw. der/die Lehrer/in geben Tipps. Mit dieser ziel- und ergebnisorientierten Vorgehensweise lernt man Lernen.

Ein weiterer didaktischer Grundsatz ist learning by tutoring, d.h. es wird nicht davon ausgegangen, dass alle Schüler/innen das Gleiche können, sondern die Fortgeschrittenen helfen den Anfängern. Zwar werden die Fortgeschrittenen teilweise gezielt von dem/der Lehrer/in als Tutoren eingesetzt, aber im Allgemeinen werden sie durch Fragen der Klassenkameraden automatisch gefordert. Da die Laptops spätestens nach einem Jahr an die nächste Klasse weitergegeben werden, helfen ältere Jahrgänge aufgrund ihrer Erfahrung den Anfängern.

Trotz dieser im regulären Unterricht nicht üblichen Arbeitsweise und Medien wird auf die Integration in den regulären Unterricht sehr geachtet. Die Lehrplanerfüllung ist selbstverständlich, auch der 45-Minuten-Rhythmus wird nach Möglichkeit nicht unterbrochen.
Zwischenergebnisse werden für alle Beteiligten abrufbar im Intranet gespeichert bzw. an einer Pinn-Wand im Klassenzimmer ausgehängt. So kann sich jeder über den Fortgang informieren und es kann in der nächsten Unterrichtsstunde nahtlos fortgefahren werden.
Selbstverständlich bleibt der Computer nur ein Unterrichtsmittel neben anderen. Es findet kein Einsatz zum Selbstzweck statt. So gibt es genügend Unterrichtsstunden, in denen das Notebook "zugeklappt" bleibt.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Didaktisches und organisatorisches Konzept
1. Grundideen
2. Allgemeine Lernziele
    2.1. Multimediakenntnisse
    2.2. Projektarbeit
3. Anforderungen an die Lehrer
4. Technik
5. Beteiligte Institutionen und Sponsoren

II. Projektarbeit in einer Notebook-Klasse
1. Multimediakenntnisse
    1.1. Grundlagen
    1.2. Vertiefung
    1.3. Datenverwaltung in Projekten
    1.4. Sinnvoller Medieneinsatz
    1.5. Erfahrungen und Problempunkte
2. Projektarbeit
    2.1. Themenwahl
    2.2. Aufgabenverteilung
    2.3. Gruppenbildung
    2.4. Zeitmanagement / Projektplan
    2.5. Expertenrunden
    2.6. Lehrerrolle
    2.7. Benotung
    2.8. Soziale Aspekte / Motivation
    2.9. Technik

III. Kreismessung - ein fächerübergreifendes Projekt in Mathematik
1. Bezug zum Lehrplan
2. Lerngruppe
3. Themenstellungen und Literaturangabe
4. Didaktische und methodische Überlegungen
5. Zeitlicher Ablauf
6. Verwendete Programme
7. Ergebnisse
8. Benotung / Extemporale

IV. Evaluation
1. Ergebnisse der Schüler/innenbefragung
2. Bewertung des gesamten Projektes

V. Unterricht mit Notebooks an allen Schulen?
1. Zielsetzungen verschiedener Notebookprojekte
2. Gesamtkonzept für den Einsatz von Notebooks
3. Voraussetzungen für Notebooks an allen Schulen
    3.1. Lehrplan
    3.2. Lehrerausbildung
    3.3. Lehrersituation
    3.4. Unterrichtsmaterialien
    3.5. Finanzierung
    3.6. Technische Betreuung
4. Ausblick

Verzeichnis der Arbeitsblätter

Literaturverzeichnis

Erklärung

Anhang


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Letzte Änderung 1.9.99